Der Panikmacher

Dein Pferd rollt schon bei geschlossenem Hänger mit den Augen und geht nur mit 10 Metern Abstand an so einem stehendem Ungetüm vorbei? OK, bis du bei Variante 1 bis 3 anschließen kannst, gilt es erst mal überhaupt an den Hänger ran zu kommen.

Am besten funktioniert das, wenn du die Möglichkeit hast den Hänger in eure tägliche Routine einzubinden. Vielleicht kann er für ein paar Tage neben oder auf dem Reitplatz (oder auch dem Roundpen) geparkt werden. Schenke nun dem Hänger absolut keine Beachtung und versuche ganz normal dein Programm durchzuziehen.

Der Hänger ist absolut egal. Unterlass auch jegliche Versuche dein Pferd mit Leckerlies dahin zu locken oder es an dem „Ungetüm“ bewusst zum schnuppern zu verführen und dafür zu loben. Damit unterstützt du lediglich die Annahme deines Pferdes, das hier wirklich Gefahr droht. Versuch es wirklich erst mal mit ignorieren.


Dann arbeitest du dich langsam in Richtung Hänger vor. Ob bei der Bodenarbeit an der Hand mit Trainingsseil oder vom Sattel aus ist egal, wichtig ist, das dein Pferd eines lernt: In der Nähe des Hängers ist Pause, an davon weiter entfernten Stellen wird gearbeitet. Am Trainingsseil kannst du z.B. auf Voltengröße ein bisschen longieren. Versuche dann immer in Hängernähe oder Richtung anzuhalten. Du schaffst also eine sogenannte Komfortzone in Hängernähe. Je besser das klappt, umso näher arbeitest du dich ran.

Mit Pause ist übrigens wirklich Ruhe gemeint. Kein tätscheln oder betüddeln, sondern einfach nur in Ruhe lassen. Versuche am Anfang nicht frontal drauf zu zusteuern , sondern näher dich in einer Position, die deinem Pferd vermittelt, das es noch fliehen könnte.

Bei diesem Kandidaten ist es wirklich wichtig das du in Mäuseschritten vorgehst und immer versuchst ein Hängererlebnis positiv abzuschließen. Das Trocken-Training mit der Decke sollst du ebenfalls einbinden. Mach deine Führübungen in Hängernähe und versuche dich damit ran zu arbeiten. Mehr Schwierigkeitsgrad brauchst du nicht – du hast bereits den Härtefall. Du hast damit auch den schwierigsten Part im Timing. Du musst immer sofort nachgeben, wenn die Richtung stimmt und darfst dein ängstliches Pferd nicht unnötig stressen, indem du es au einen Ringkampf ankommen lässt. Wenn du das Gefühl bekommst, gleich wird’s für dein Pferd arg zu schlimm, dreh ab, bleib in Bewegung und mach Führübungen. Versuche dann wieder näher ranzukommen und belohne dein Pferd mit einer Pause. Wenn dein Pferd nicht übermäßig lange still stehen mag und sich versucht selbst wieder in Bewegung zu setzen, OK...dann wird halt wieder gearbeitet. Ein Pferd lernt nicht ruhig zu stehen und zu entspannen, indem man das stehen erzwingt, sondern indem man Gezappel ungemütlich gestaltet!

Hier ist Geduld gefragt. Und wenn du erst mal am Hänger bist, wird der Rest ein Kinderspiel.